Achtsamkeit 4.0 Teil 4 – Meine Daten sind der Preis

Ich bin kein Technikkritiker. Ich kritisiere die Monopolisierung von Macht durch Technik und unseren naiven Umgang damit.

(Evgeny Morozov in einem Interview in der Zeitschrift Focus)

Es lohnt sich zu überlegen, wovon die Firmen leben, die uns alles im Netz schenken? Was passiert mit den Daten, die ich von mir sende? Will ich wirklich einfach in eine Schublade gesteckt werden, die dem immer effektiveren Konsum dient? Was passiert, wenn sich die Gesellschaftsform in eine Totalitäre ändert?

Warum sind unsere Daten so wertvoll für die Unternehmen? Der Marktwert der persönlichen Daten aller Europäer ist 2020 laut einer Untersuchung eine Billion Euro geschätzt. Zur Relation: 2018 lag der Militärhaushalt der USA bei 570 Milliarden Euro. Das ist knapp die Hälfte des Werts unserer Daten in Europa

(Quellen: https://www.bcg.com/publications/2012/digital-economy-consumer-insight-value-of-our-digital-identity.aspx
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9510181-usa-ruesten-auf-611-milliarden-us-dollar-fuers-millitaer/all)

„Wir wissen, wo Sie sind. Wir wissen, wo Sie waren. Wir wissen mehr oder weniger, worüber Sie nachdenken. Wenn es irgendetwas gibt, was man nicht über Sie wissen sollte, dann sollten Sie es vielleicht gar nicht erst tun.“

(Eric Schmidt Verwaltungsratvorsitzender des Google-Konzerns Alphabet inc)

Jeder Klick bring Geld. Anstatt den Inhalt einer Nachricht, ist der Link, der zu einem Klick fühlt wichtig geworden. Die Überschriften werden immer reißerischer, damit mehr Werbung verkauft wird. Jede erzeugte Emotion weckt neue Klicks. Neben den Einnahmen aus der Werbung, geben wir auch weitere Daten von uns preis. z.B.: Von welcher Seite aus wurde der Klick generiert, welche Seiten besuchen wir sonst so (auch die, von denen wir nicht immer wollen, dass es bekannt wird!) welches Google und/oder Facebookkonto ist mit uns verknüpft.

Für die meisten Menschen ist Datenschutz unsexy. Aber auch wenn wir denken, dass „Sie“ eh schon alles über uns wissen, haben wir immer noch die Option zu steuern, welche Daten wir freiwillig von uns preisgeben, bevor wir kapitulieren. Deswegen lohnt es sich in allen digitalen Welten, in denen wir uns bewegen, regelmäßig die Einstellungen zu überprüfen und kritisch zu sein. Warum z.B. muss eine Taschenlampen-App auf meinem Smartphone Zugriff auf meine Kontakte erhalten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.